Dienstag, 17. Mai 2016

Monument Valley

Es regnet fast die ganze verdammte Nacht lang ziemlich heftig. Bis um 2.20 Uhr schlafe ich trotzdem ganz gut, dann nur noch etappenweise weil ich mir schon Gedanken mache, wie wir bei dem Regen das Frühstück vorbereiten und die Zelte abbauen sollen. Um 5.30 Uhr beschließe ich dann, schon mal duschen zu gehen und stelle dann fest, dass mein Zelt am Boden pitschnass ist uns ein Teil meiner Klamotten ebenfalls. Ich könnte grad mal kurz ausflippen. Aber hilft ja nix. Heute sind irgendwie alle recht früh auf den Beinen, da wir früh los wollen. Beim Abbau (zum Glück hat es jetzt mal aufgehört zu regnen) stelle ich dann fest, dass mein Zelt inmitten eines kleinen Sees steht, der sich über Nacht gebildet hat. David sagt mir später, er hatte sein Zelt auch schon mal an der Stelle stehen und ihm ist das gleiche passiert. Dann sag ich doch mal DANKE für den rechtzeitigen Hinweis! Immerhin bekomme ich für die letzten Tage ein anderes Zelt. Wir laden die Sachen ein  und fahren ein paar Meter weiter zu "Denny's",  einem typisch amerikanischen Frühstücksrestaurant, wo David als Alternative für uns Frühstück bestellt hat. Rührei, Gemüseomelett, Speck Kartofferösti (fast roh) und Pancakes mit Sirup, das alles serviert in großen Plastikschalen. Sicher gut gemeint aber ganz furchtbar! Steffi kommentiert das ganz treffend: "Wenn schon stillos, dann wenigstens konsequent". Wenigstens gibt es zwei große Tassen Kaffee und wir haben jede Menge Spaß. Meine schlechte Laune ist weitestgehend verflogen und das Wetter sieht auch ganz gut aus als wir um 8.40 Uhr dann losfahren. Heute haben wir eine relativ lange Fahrt vor uns. Einen ersten Halt machen wir (inzwischen sind wir in Arizona) aber erstmal nach 1,5 Stunden in einem kleinen Kaff, weil David dort einen Physiotermin hat!!! Wir gehen derweil in den gegenüber liegenden Supermarkt und Geoffrey schleppt alles mögliche aus dem Trailer, damit wir uns an den Tischen davor unser Lunchpaket machen können. Irgendwann geht's dann weiter und mittags erreichen wir das Indianerreservat der Navajo (mit 160.000 Menschen der größte Stamm) im Monument Valley. Hier ist John Wayne durchgeritten, was ich auch so gerne machen würde. Aber ich hatte David bereits am Anfang der Reise danach gefragt, aber er meinte, da gäbe es keine Gelegenheit. Statt dessen ist eine fakultative Jeeptour vorgesehen, die wir mangels Alternative alle mitmachen. Als wir an der Station ankommen, sehe ich als erstes ein Schild mit "Horseriding" und ich könnte David an die Gurgel gehen. Ich spreche ihn darauf an, und er hat mindestens drei dämliche Ausreden parat und entschuldigt sich dafür. Das ist genauso glaubwürdig, wie er uns vorgestern weismachen wollte, dass er EXTRA für uns auf dem Campground den zugewiesenen Zeltplatz geändert hat, damit wir eigenen Strom und Wasser haben. Dabei war das an jedem Platz verfügbar. Wir glauben ihm inzwischen kein Wort mehr. Die Jeeptour ist ganz furchtbar. Wir werden wie zig andere Touris auch durch die Gegend gekarrt, werden alle 500 Meter aufgefordert, auszusteigen, zum Fotos machen oder an Souvenirständen überteuerten Schmuck zu kaufen, der nicht einmal schön ist. Es ist wie auf einer Kaffeefahrt. Aber das Monument Valley ist wunderschön anzusehen, wieder ganz anders aber herrlich, eben so wie in den Western. Ein Stück entfernt bilden dich schon wieder dunkle Wolken und man kann sehen, dass es dort heftig regnet, so dass wir froh sind, wieder trocken am Bus anzukommen. Gegen 16.00 Uhr geht unsere Fahrt dann weiter. Unterwegs regnet es, aber das kann uns jetzt egal sein, zumal wir heute Nacht ja wieder in einem Hotelzimmer schlafen dürfen. Um 19.00 Uhr machen wir in Flagstaff Pause fürs Abendessen, dann gibt es wieder endlose Diskussionen über die nächsten 2 Tage im Camp im Grand Canyon, weil zum einen die Reisebeschreibung hier falsch ist und zum anderen David nicht in der Lage ist, uns mal eine klare und deutliche Ansage zu machen. Um 19.30 Uhr kommen wir etwa an unserem Hotel an. Hier müssen wir erstmal umpacken, da wir die nächsten Tage nur beschränktes Gepäck mitnehmen können. Ich hänge auch noch meine nassen Klamotten und den Schlafsack im Zimmer auf in der Hoffnung, dass die bis morgen trocken sind. Trotz der ganzen Unstimmigkeiten heute freue ich mich sehr auf die nächsten 2 Tage, die wir wieder im Zelt im Tal Havasupai verbringen, wo auch Indianer leben und wo es wunderschöne türkiesene Wasserfälle gibt. Allerdings wird das wohl auch wieder sehr spartanisch, ohne Duschen, aber immerhin mit Bio-Klo 😁. Und ohne WLAN natürlich.